Familie Albert

Leonie Albert (geb. Samuel) starb mit ihrer Familie in Ausschwitz

Die Familie von Abraham und Sarah Samuel aus Brotdorf hatte einen Sohn und zehn Töchter. Drei davon, Leonie (geb. 1886), Adele (geb. 1898) und Amanda (geb. 1900) kamen nach Riegelsberg und eröffneten 1921 in der Kirchstraße 20 ein Geschäft für Kurz-, Weiß- und Wollwaren, Herrenartikel und Arbeitsbekleidung.

Juden in Riegelsberg_GEschäft GEschwsister Samuel in der Kirchstr.Das Geschäft der Geschwister Samuel in der Kirchstraße 20. Es existierte von 1921 bis 1935. Links die Schwestern Adele und Amanda Samuel mit zwei Verkäuferinnen, vor der Tür die dritte Schwester, Leonie Albert, mit ihrem Mann.
Copyright: Helmut Klein.

Leonie heiratete in Paris einen Mann mit dem Nachnamen Albert und bekam einen Sohn namens Armon, über dessen Schicksal nichts weiter bekannt ist. Über Geburt und Geburtsort von Tochter Renate gibt es unterschiedliche Angaben. Einmal heißt es, sie sei am 21.4.1922 in Saarbrücken geboren, im Bundesarchiv steht, sie sei 1920 in Riegelsberg geboren.

Sicher ist, dass 1929 Leonie und ihr Mann die Geschäftsführung des Kurzwarengeschäftes in der Kirchstraße übernahmen. 1935 gab das Ehepaar das Geschäft auf und eröffnete in Püttlingen (in der heutigen Pickardstraße neben Café Kühnen) ein Schuhgeschäft. Danach emigrierte die Familie nach Frankreich. Sicher waren sie hier jedoch nicht.

Gewerbeabmeldung Leonie Albert_29.11.1935Gewerbeabmeldung Leonie Albert vom 29.11.1935

So steht in der Fortschreibung der Riegelsberger Ortschronik von Marion Seifert, dass Leonie Albert im Konzentrationslager Theresienstadt ermordet worden sei. Im Gedenkbuch des Bundesarchivs findet sich die Mitteilung, dass Leonie am 3. Februar 1944 über das Sammellager Drancy ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurde, wo sie am 08. Februar 1944 ermordet wurde. Dies deckt sich wiederum mit den Deportationslisten von Serge und Beate Klarsfeld. Das Ehepaar, das als „Nazi-Jäger“ bekannt wurde, hat sich nach dem Krieg um die Aufspürung und Verurteilung von NS-Tätern bemüht. Beate Klarsfeld ist vielen auch als jene Frau in Erinnerung, die dem damaligen Bundeskanzler Kurt-Georg Kiesinger 1968 eine Ohrfeige versetzte und damit seine Mitgliedschaft in der NSDAP und seine Mitverantwortung für die Auslandspropaganda in Goebbels Reichspropagandaministerium publik machte.

Melderegisterkarte Leonie, Armand Raphael und Renée  Albert_VorderseiteMelderegisterkarte von Leonie, Armand Raphael und Renate  Albert (Vorderseite)

Melderegisterkarte Leonie, Armand Raphael und Renée  Albert_RückseiteMelderegisterkarte von Leonie, Armand Raphael und Renate  Albert (Rückseite)

Ebenfalls in den Deportationslisten des Ehepaars Klarsfeld tauchen Renate, die Tochter von Leonie Albert, und die Familie von Amanda Salmon auf.

Familie Albert flüchtete zusammen mit der Familie Salmon nach Frankreich, wo sie lange Jahre unbehelligt leben konnten. Kurz vor Kriegsende kamen beide Familien ins Internierungslager Drancy bei Paris, von wo aus sie mit Convoi 67 nach Auschwitz deportiert und 1944 ermordet wurden. Insgesamt wurden 15 Mitglieder der Familie Samuel ermordet.

Gedenkbucheinträge aus Yad Vashem für Leonie und Renate Albert

Verfasst von Monika Jungfleisch (Journalistin)

 

Erfahren Sie hier mehr über des Rätsels Lösung bezüglich Renate Alberts Geburtsdatum.

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